Coaching von Solution Architects: Geschäftsverständnis & Unternehmensarchitektur

Solution Architects eines international tätigen Unternehmens zu Gestaltern entwickelt – mit Vertriebsdenken gegenüber dem Fachbereich und konzeptioneller Arbeit auf Unternehmensebene.

Grafik: Architektur-Community mit Solution Architects für SAP, CRM, Daten, KI und Produktions-IT um gemeinsame Prinzipien

Kurzüberblick

Projektart

Coaching / TOGAF

Laufzeit

3 Monate

Projektrolle

Lead Enterprise Architect & Coach

Über das Projekt

Solution Architects eines international tätigen Unternehmens zu Gestaltern entwickelt – mit Vertriebsdenken gegenüber dem Fachbereich und konzeptioneller Arbeit auf Unternehmensebene.

Ausgangslage

Ein international tätiges Unternehmen hatte seine IT neu organisiert und in mehreren Kompetenzzentren Solution Architects benannt, unter anderem für SAP, CRM, Daten, KI und Produktions-IT. Die Architekturrolle war jedoch eine Nebenrolle, die Erfahrung war ungleich verteilt, und Unterstützung lief informell. Übergreifende Architekturfragen landeten beim Enterprise Architect, der dadurch zum Engpass wurde.

Hinzu kam ein Muster aus Bestellung und Lieferung: Die IT setzte um, was der Fachbereich anfragte, ohne die Bedarfe dahinter zu erkunden. Lösungen, die dem Fachbereich vorgegeben wurden, stießen auf Ablehnung. Prinzipien, Zielbilder und Roadmaps waren teilweise vorhanden, aber nicht miteinander verbunden.

Meine Rolle & Verantwortung

Als Lead Enterprise Architect und Coach habe ich das Befähigungsprogramm konzipiert und geführt. Ich moderierte die Termine der Architektur-Community, gab fachliche Impulse, führte die Reviews und begleitete die Architekten in ihren Gesprächen mit dem Fachbereich. Parallel baute ich interne Coaches auf, die das Format eigenständig weiterführen. Die Entscheidungen traf die Leitung Enterprise Architecture, mit der ich eng zusammengearbeitet habe.

Vorgehen & Methodik

Das Coaching verband zwei Säulen. Die erste war das Vertriebsdenken gegenüber dem Fachbereich: Bedarfe wahrnehmen, verstehen und erst dann vorschlagen. Die Architekten übten das an echten Vorhaben, mit den Fragen der Vertriebsmethode MEDDPICC und einem einfachen Filter, ob eine Entscheidung den Umsatz steigert oder Kosten und Risiken senkt. Geschäftsfähigkeiten (Business Capabilities) dienten als gemeinsame Sprache. Die Architekten begleiteten Interviews mit dem Fachbereich und führten sie schrittweise selbst.

Die zweite Säule war die konzeptionelle Arbeit auf Unternehmensebene. In drei Phasen – ausrichten, erarbeiten, verankern – entstanden ein Rollenprofil mit Delegationsmatrix, Architekturprinzipien für IT, Produktions-IT und KI sowie Zielbild-Skizzen für zentrale Plattformen. Gearbeitet wurde als Werkstatt statt Schulung: in kleinen Gruppen mit Auftrag, Termin und Review, mit kurzen Impulsen aus TOGAF und mit Feedback auf die Denkweise – Abstraktion, Alternativen und Konsequenzen.

Ergebnis & Kundenwert

Die Solution Architects arbeiten heute als Partner des Fachbereichs. Sie erkunden Bedarfe, bevor sie Lösungen entwerfen, und ihre Vorschläge werden angenommen, weil der Fachbereich sie mitgestaltet. Architekturfragen gehen über die Delegationsmatrix an die Architekten statt an den Enterprise Architect, der dadurch entlastet ist und strategisch wirkt.

Selbst erarbeitete Prinzipien gelten als feste Leitplanken in Projekten und sind in LeanIX abgelegt. Interne Coaches führen die Community mit geregelter Vertretung weiter. Standards, Prinzipien und Review-Protokolle bilden zugleich den Einarbeitungspfad für neue Architekten, die so in Wochen statt Monaten arbeitsfähig sind.

  • Solution Architects als Partner des Fachbereichs etabliert
  • Architekturfragen per Delegationsmatrix bei den Architekten, Enterprise Architect entlastet
  • Selbst erarbeitete Prinzipien als Leitplanken in Projekten verankert
  • Interne Coaches führen das Format eigenständig weiter
Mann mit schwarzer Weste und weißem Hemd lehnt an weißem Tisch und lächelt in hellen Raum.

Sebastian Kretzschmar

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